Am Rand - "Asoziale" im Nationalsozialismus

45 min, Ö 2021

Geplante Erstausstrahlung im Mai 2022, ORF III

Eine Ko-Produktion von Trilight Entertainment und ORF III - Kultur und Information.

Copyright aller Filmstills: Trilight Entertainment - Alle Rechte vorbehalten!

Buch und Regie: Uli Jürgens

Kamera: Gerald Gottlieb

Ton: Nikolaus Suchentrunk

Schnitt: Thomas Rath

Mischung: Rudolf Gottsberger

Sprecher: Stefan Fleming

Produktion: Volkmar Geiblinger / Trilight Entertainment

Wissenschaftliche Beratung: Brigitte Halbmayr, IKF

 

Diese Dokumentation beschäftigt sich mit einer vergessenen Opfergruppe des NS-Regimes, den sogenannten „Asozialen“, Menschen am Rand der Gesellschaft, Menschen, die den NS-Idealen nicht entsprachen. In der filmischen Auseinandersetzung geht es vor allem um das perfide System hinter der Verfolgung: Was bedeutete „asozial“ und wer fiel in diese Gruppe? Wer entschied, was mit den betroffenen Personen geschehen sollte? Die Bürokratie der Nationalsozialisten als Spiegel der Ideologie.

 

Die als „asozial“ stigmatisierten Menschen galten als „arbeitsscheu“ oder „gesellschaftsfremd“, oft wurde ihnen wurde ein „unmoralischer Lebenswandel“ attestiert. AlkoholikerInnen, Unterstandslose, Mütter von verwahrlosten Kindern, Prostituierte, Kleinkriminelle: Meist brauchte es nicht viel, um aufgegriffen, registriert und weggesperrt zu werden. Die Konsequenzen für Aufmüpfigkeit und Anderssein waren Einzelhaft, Sterilisation, Zwangsarbeit und im schlimmsten Fall die Deportation in ein Konzentrationslager. Verfolgt wurden auch Jugendliche, die der oppositionellen Bewegung der „Schlurfs“ angehörten – junge, extravagant gekleidete GroßstädterInnen, die Swing und Jazz hörten.

 

Anhand von Dokumenten, Fotografien, persönlichen Zitaten und filmischem Archivmaterial werden die Lebenswege von drei Verfolgten erzählt, die der nationalsozialistischen Vorstellung eines gesunden Volkskörpers nicht entsprachen: Die widerständige Käthe Anders, der späterer Radiomoderator und Swingfan Günther Schifter und die „Schlurfin“ Franziska V. Nur wenige „Asoziale“ beantragten nach dem Krieg eine Entschädigung, kaum jemand wurde als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Viele lebten weiterhin am Rand der Gesellschaft. Die TäterInnen sind zum Großteil davongekommen.

 

 

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